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Der letzte Mohikaner

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In Laa an der Thaya bekommt die Problematik rund um die landärztliche Versorgung in Österreich ein Gesicht: Dr. Wolfgang Wiesinger verabschiedet sich nach 36 Jahren in den Ruhestand und erklärt, was alles schiefläuft im System der hausärztlichen Praxis. Seiner Gemeinde gehen derweil die Ärzte aus. Grund genug für eine Stippvisite der Medical Tribune im „Hohen Norden“.
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Der Ort

Mehr als 6.000 Einwohner, zahlreiche Schulen, Burgruinen und ein eigenes Thermalbad. Laa an der Thaya hat einiges zu bieten, sogar Napoleon hat einst hier übernachtet. Nur Hausärzte wollen sich im Norden der Republik, unmittelbar an der tschechischen Grenze, nicht niederlassen – davon zeugen vakante Kassenstellen, die mitunter jahrelang ausgeschrieben sind.
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Und jetzt auch das noch: Dr. Wolfgang Wiesinger, der alteingesessene Hausarzt mit einer Ordination im Zentrum des Ortes, geht demnächst in Pension. „Ich habe heute die Kassenverträge gekündigt“, sagt er und erzählt der Medical Tribune, wieso sich seine Trauer darüber in Grenzen hält.
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Damit droht Laa die nächste Versorgungslücke. Eine andere wurde erst kürzlich geschlossen: 20 Mal musste eine Landarztstelle im Ort ausgeschrieben werden, ehe sich eine ungarische Medizinerin fand, um diese Ordination zu übernehmen. Eine andere Kassenplanstelle in Laa ist immer noch vakant – und das laut Angaben der Ärztekammer Niederösterreich schon seit dem Jahr 2016.


Dabei ist die hausärztliche Versorgung hier besonders wichtig – das nächstgelegene Spital befindet sich im 25 Kilometer entfernten Mistelbach.
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Bürgermeisterin Brigitte Ribisch hat mit vielen jungen Ärzten gesprochen, um herauszufinden, wieso sich niemand für eine Landarztstelle bewerben wollte. Hören Sie hier, zu welchen Erkenntnissen sie gelangt ist.

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Ordination

Vom starren Korsett der Krankenkasse kann auch Wiesinger ein Lied singen …
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Auch der Präsident der Österreichischen Ärztekammer sieht Handlungsbedarf bei den Krankenkassen.

„Wir stehen vor einer Pensionierungswelle und haben gleichzeitig ein eklatantes Nachwuchsproblem“, sagt Dr. Thomas Szekeres: „Unsere Forderung nach Attraktivierung von Kassenstellen, vor allem im ländlichen Bereich, liegt schon lange auf dem Tisch.“

(Foto: ÖÄK/Christian Leopold)  
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Trotz allem hat er den Beruf gern ausgeübt und man kann auch ganz gut davon leben, wie der erfahrene Landarzt erklärt. Allerdings muss man schon einiges leisten: Ab 100 Patienten pro Tag würde sich seine Praxis rechnen, so Dr. Wiesinger. Trotzdem muss bei ihm kein Patient länger als 15 Minuten warten. Dafür hat er kompetente Hilfe: Neben seiner Gattin (Bild) beschäftigt Wiesinger noch zwei Ordinationshilfen (eine Frau und einen Mann), die die Patienten optimal vorbereiten.


Die Bürgermeisterin träumt derweil von einem PHC – die neue Ärztin aus Ungarn wäre dabei, neben der vakanten Kassenstelle wäre jene von Dr. Wiesinger die benötigte dritte im Bunde. Aber der Arzt hat andere Pläne, sucht einen Nachfolger für seine Praxis. Er glaubt auch nicht, dass sich ein PHC in Laa rentieren würde.


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Zu Gast bei Dr. Wiesinger macht man auch mit diesem netten Zeitgenossen Bekanntschaft …
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Der Doktor hat ein interessantes Hobby: Er ist passionierter Astronom. Trifft sich gut: Denn die Zukunft seiner Zunft als Landarzt steht mehr denn je in den Sternen.
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Schluss

Idee und Storyboard
Hans-Jörg Bruckberger

Text

Hans-Jörg Bruckberger

Interviews
Hans-Jörg Bruckberger

Pageflow
Charlotte Weber

Kamera/Schnitt
Lukas Unger

Fotos
ÖÄK/Christian Leopold
Hans-Jörg Bruckberger
Lukas Unger
Medical Tribune
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